Jozef Ignacy Kraszewski: Aus dem siebenjährigen Krieg

Aus dem siebenjährigen Krieg

Verlag: Aufbau Verlagsgruppe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-7466-1308-6

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Im Fernsehen wurde der sechsteilige historische Film "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" gezeigt, die nach Motiven der Bücher von Jozef Ignacy Kraszewski, des Vaters des "polnischen historischen Romans" des 19. Jahrhunderts - er lebte von 1812 bis 1887 geschrieben worden sind. Zusammen mit den Romanen: "Gräfin Cosel", "August der Starke", "Flemming" und " Graf Brühl" gehören sie zur sogenannten Sachsen-Trilogie, die aus dem umfangreichen Erzählwerk - Kraszewski hinterließ fast 240 Romane - des polnischen "Walter Scott" hervorragt.
In diesem Band geht es um die Vorgeschichte des siebenjährigen Krieges. 1756 fällt Friedrich II. von Preußen ohne Kriegserklärung in Sachsen ein. Dies ist nur möglich, weil Friedrich einen Spion - Max de Simonis - am Hofe des Sachsenkönigs Friedrich Augusts II. und seines mächtigen Premiers, Heinrich Brühl, postiert hat. Aufschlußreich ist das negative Bild des Preußenkönigs, welches so gar nicht zu der heutigen Glorifizierung Friedrichs "des Großen" passen möchte. Er wird als rücksichtsloser intriganter Eroberer dargestellt.

Doch der Reiz dieser historischen Romane, die bis heute an ihrer Berühmtheit nichts eingebüßt haben, liegt in der Atmosphäre und de plastischen Darstellung der Personen und Intrigen, insbesondere des mächtigen Ministers Brühl. Der Roman konzentriert sich auf die Anfangsphase des Krieges. Der bekannteste Kenner der sächsischen Geschichte und (ausgezeichnete) Biograph Brühls, Walter Fellmann, hat in einem Nachwort zu dieser Ausgabe treffend bemerkt: "Es reizten ihn [Kraszewski; B. N.] die zwischen Preußen und Sachsen gesponnenen geheimen Fäden, die gegenseitigen Schuldzuweisungen, die katastrphale Niederlage Sachsens. Die Historie selbst lieferte das, womit der Romancier sich gern befaßte: Spionage, Intrigen, Machtkämpfe, Aufstieg und Fall handelnder Personen." Und genau dies macht meines Erachtens die Popularität der Romane aus: sie bieten Stoff aus dem Leben, der Leser meint, es sei so gewesen, wie es Kraszewski, von Beruf Journalist, geschildert hat. Außerdem stellt er die Sicht der Sachsen dar und traf damit den literarischen Zeitgeschmack - vergleichbar - wie oben erwähnt - meines Erachtens mit Walter Scott, aber auch Balzac oder Stendhal.
Fazit
Heute noch spannend und lesenswert,wenn auch breit geschrieben. Zur Popularität der Bände trägt heute sicherlich die oben genannte Fernsehserie aus dem Jahr 1983, bei. "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" gehört meines Erachtens zu den besten historischen Filmen der ehemaligen DDR, wie die Kritik allgemein geurteilt hat. Schön, dass dadurch der Sachsenzyklus und die Werke Jozef Kraszewskis wieder neu aufgelegt worden sind. Mich machten die Bände Kraszewskis neugierig auf die sächsische Geschichte. Wenn ein historischer Roman so fesselnd geschrieben ist, dass er dies erreicht, so hat er seinen Zweck erfüllt.
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 05. Juni 2004

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